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Ein Stück Westen mitten in Yangon

Da unser Flug zurück nach Bangkok erst am 27. November geht, konnten wir noch einen letzten Tag in Yangon verbringen. Nach dem schmackhaften Frühstück, welches entweder asiatisch oder amerikanisch gewählt werden konnte, gingen wir zu Fuss los.

Die Strassen in dieser Gegend waren schon ganz anders, als was wir es uns von unserem letzten Besuch in China-Town gewohnt waren. Roman und ich waren uns einig, dass wir uns beim letzten Hotel ein bisschen vergriffen hatten. Aber irgendwie war es auch gut, so ins kalte Wasser gestiegen zu sein. Nach dem Kulturschock konnte uns nichts mehr so rasch aus der Fassung bringen.

Die heisse Mittagssonne schien uns auf den Kopf und wir entschieden uns, in Richtung People’s Park zu laufen. Dort soll es einen wunderschön angelegten Park geben, welcher ein paar Sehenswürdigkeiten und schattenspendende Bäume beherbergt.

Für einhemische kostenlos, mussten wir pro Person 5000 Kyat (ca. 5 Franken) für den Eintritt abdrücken. Doch es lohnte sich allemal. Die Parkanlage war wirklich schön und es gab sogar einen Vergnügungspark mit kleinen Achterbahnen und einer Wasserbahn. Wir beliessen es aber bei dem Spaziergang und verliessen uns auf unsere eigenen Füsse. Die Bahnen sahen nicht gerade vertrauenserweckend aus.

Für den Abend hatten wir uns ein ganz spezielles Lokal ausgesucht. An der fünzigsten Strasse gibt es die 50th Street Bar. Man betritt von einer staubigen Nebenstrasse die Bar uns ist in einer völligen anderen Welt. Das Lokal erinnert stark an ein englisches Pub. Die Musik ist europäisch, die Speisen und Getränke sind es auch. Wir erwischten den Pizza-Pasta Tag. Dabei erhielten wir zwei Speisen zum Preis von einem. Wir entschieden uns beide für eine Pizza und einen Pitcher Myanmar Bier. Gefolgt von einem weiteren Pitcher und zwei Cocktails. Zwischendurch spielte eine einhemische Band Livemusik. Von Red Hot Chilli Peppers bis Countryroads waren alles dabei. Gelegentlich setzte sich auch ein Engländer zu der Band und gab seine Geangskünste zum Besten. Wir sangen und klatschten zu den Liedern mit. Ein Stück Westen mitten in Yangon.

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Welcome back Yangon

Es war an der Zeit, Bagan zu verlassen und mit dem Flugzeug zurück nach Yangon zu fliegen. Wir genossen noch ein paar Stunden am Pool, bevor es mit dem Taxi an den Flughafen ging. Flughafen ist für das kleine Gebäude wohl übertrieben. Es kommt eher einer Abfertigungshalle gleich.

Nach gut zwei Stunden und dem Check-In mit anschliessender „Sicherheitskontrolle“ konnten wir in unser Flugzeug steigen. Eigentlich hatten wir einen AirBagan Flug gebucht, doch dieser wurde von AirAsia durchgeführt. Der Service war erstaunlich gut und die Reise mit der kleinen Propellermaschine an und für sich relativ ruhig. Doch ein mumliges Gefühl hat man bei jedem Inland-Flug in Myanmar. Kein Wunder bei den Geschichten, die man über die Sicherheitsstandards der heimischen Fluggesellschaften hört.

In Yangon schnappten wir uns gleich ein Taxi und fuhren zu unserem Hotel, dem Queen’s Plaza Hotel. Da das Hotel sich noch halb im Aufbau befand, checkten wir bei der provisorischen Rezeption ein. Das Zimmer war erstaunlich gross und gut ausgestattet.

Wir setzten uns erst einmal in das hoteleigene Restaurant. Da wir schon relativ spät dran waren und kein Gast mehr im Restaurant ass, sass der Küchenchef etwas gelangweilt im Speisesaal. Mit freuden begrüsste er uns und erklärte gleich selbst die Speisekarte. Sein Englisch war erstaunlich gut. In einem Gespräch mit ihm erfuhren wir dann auch den Grund dafür. Er hatte 13 Jahre in Los Angeles gelebt und als Koch gearbeitet. Er ist halb Amerikaner und halb Burmese. Die Erfahrungen, die er in den USA gesammelt hatte, bringt er nun in die Küche vom Queen’s Plaza Hotel. Und das schmeckte man auch. Die Speisen waren sehr schön angerichtet und sehr lecker. Für ihn sei es aber sehr schwierig, an die richtigen Zutaten zu kommen. Gewisses Fleisch und andere Dinge muss er von weit her importieren. Von den Einhemischen seien solch westliche Speisen gar nicht gewünscht. Aber die Ausländer lieben es und er möchte seine Speisen, kombiniert mit asiatischen und westlichen Elementen, auf ein höheres Level bringen.

Somit kann man sagen, dass das Hotel, obwohl noch nicht fertig gebaut, doch eine Empfehlung verdient. In ein paar Monaten wird es wohl komplett fertig sein. So wie viele anderen Sachen auch in Myanmar. Das Land wird regelrecht für den Tourismus ausgebaut.

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Sunset Bagan

Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Dachterasse unseres noblen Hotels, lagen wir den Tag durch auf den bequemen Liegen und bräunten unsere weissen Bäuche. Die Mittagshitze überbrückte man mit gelegentlichen Schwimmeinlagen im Pool.

Am Abend mieteten wir uns wieder zwei E-Bikes gleich gegenüber dem Hotel. Wir fuhren damit zu einem Restaurant, welches ein bisschen abgelegen am Rande von Alt-Bagan lag. Die Preise waren dementsprechend auch sehr günstig. Wir schlugen unsere Bäuche voll und fuhren anschliessend zu der Familien-Pagode, wo wir vor zwei Tagen schon einmal waren. Diesmal wollten wir den Sonnenuntergang erleben.

Die Atmosphäre war wirklich einmalig. Für uns ein Naturspiel sondersgleichen, für die einheimische Familie, welche gleich neben der Pagode lebt, etwas alltägliches. Sie schauen lieber die Touristen an und möchten ein paar T-Shirts und Getränke an den Mann bringen. Das kleine Mädchen, welches wir bei unserem letzten Besuch für die Führung auf die Pagode grosszügig mit einer Gabe für die Familie belohnten, erkannte uns an unseren gelben Sonnenbrillen wieder. Sie freute sich, uns wieder zu sehen und schenkte Roman und mir je ein paar vom kleinen Bruder selbstgemalten Postkarten. Ein weiteres Beispiel dafür, dass das einhemische Volk sehr grosszügig und freundlich gegenüber den Touristen ist.

Wir dankten ihr herzlich und fuhren wieder zurück zu unserem Hotel. Immerhin hatten wir noch einen Termin offen: Eine burmesische Massage für unsere strapazierten Backpacker-Muskeln.

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Leben wie die Könige

Am heutigen Tage war es soweit: Wir wechselten vom Bagan Central Hotel in Neu-Bagan zum Zfreeti Hotel in Alt-Bagan. Die Buchung dafür hatten wir ja im lokalen Reisebüro drei Tage zuvor vorgenommen. Der Wechsel brachte ein paar Sterne mehr mit sich, aber die Reisekassse wurde dafür auch umso mehr belastet. Wir gönnten uns aber diesen Luxus und wollten zwei Tage „Ferien“ verbringen: Die heisse Zeit vom Tage lagen wir am Pool und wenn es kühler wurde, erkundeten wir die nähere Umgebung. Die Cocktailkarte wurde dabei auch reichlich ausgetestet, was uns den einheimischen Rum sowie andere Spirituosen näher brachte.

Am Abend assen wir bei einem sehr guten Inder in der Nähe vom Hotel, welcher es verstand, Werbung für sich zu machen. Mit Slogans wie „No Good – No Pay“ und lustigen „Comics“ buhlte er um die Kundschaft. Nicht nur die Werbung, sondern auch das Essen waren vorzüglich. Roman, welcher bei der Reise durch Asien eher skeptisch gegenüber dem Fleisch und deren Lagerung und Zubereitung ist, bestellte wie des öfteren ein Gemüse Curry. Ich genoss mein Chicken Masala Curry. Dazu gab es ein indisches Brot und allerlei Saucen und Gemüsebeilagen. An dieser Stelle einen lieben Gruss an unseren indischen Kollegen Dustin in der Schweiz. Wir würden uns freuen, bei unserer Rückkehr von seiner Mutter zu einem indischen Abendessen eingeladen zu werden ;-)

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E-Bike Cruising

Für lachhafte 12’000 Kyat (ungefähr 12 Franken) mieteten wir uns gleich gegenüber unserem Hotel zwei fahrtüchtige E-Bikes für den ganzen Tag. Einen Helm gab es dazu nicht. Kein einziger Verleih in ganz Bagan vergab zu Fahrrädern oder E-Bikes einen Helm. Erst bei grösseren Mopeds oder Motorrädern gab es einen. Da jedoch der Verkehr in Bagan nicht all zu gross ist und die E-Bikes nicht gerade Formel 1 Geschwindigkeiten aufweisen, war dies für uns jedoch kein Problem. Der Vermieter versicherte uns, dass der Akku für mindestens 7 Stunden Fahrzeit reichen sollte. Im Notfall könnten wir ihn jedoch über die aufgerduckte Telefonnummer erreichen. Leider haben wir schon in ganz Myanmar keinen Handyempfang. Aber im schlimmsten Fall hätten wir einen Einheimischen um einen Anruf beten können; was aber zum Glück nie nötig war.

Am Anfang noch relativ unsicher auf unserem gemieteten Gefährt, fuhren wir los in Richtung Alt-Bagan. Wir wollten die verschiedensten Pagoden besichtigen gehen. Dies war mit dem eigenen E-Bike perfekt: Man fuhr immer geradewegs vor den Eingang und zog den Schlüssel ab. Nachem man die Heiligtümer besichtigt hatte, konnte man auch gleich wieder weiterfahren. Die Organisation eines Taxis oder anderer Fahrtmöglichkeiten entfielen gänzlich. Dabei kamen wir auch an nicht so von Touristen überströmten Pagoden vorbei. Es wohnten jeweils eine ganze Familie dirket neben der Pagode in einem kleinen Häuschen. Diese hatten sich jeweils die Lizenzen vom Staat erkauft, um Getränke und andere Dinge dort verkaufen zu dürfen. Zudem hatten sie auch jeweils die Schlüssel zu den verschlossenen Gittern, welche den Weg auf die Pagode hinauf versperrten. Bei einer Pagode nahmen wir das Angebot dankend an und bestiegen die Pagode. Von oben hatte man eine atemberaubende Aussicht über das Pagodenfeld von Bagan. Leider war es erst 16.00 Uhr und wir konnten den Sonnenuntergang noch nicht von dieser Plattform aus bewundern. Wir entschieden uns aber, in den nächsten Tagen nochmals hierhin zurückzukommen, um dies nachzuholen.

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Mount Popa – der Affenhügel

Wir rafften uns um 07.30 Uhr auf, um zum ersten mal Frühstücken zu gehen. Immerhin hatten wir eine grosse Tour vor uns: Mount Popa. Wir verspeisten je zwei Scheiben Toast mit Butter und Konfitüre, eine Art Pfannkuchen sowie ein Ei. Dazu tranken wir eine Tasse Kaffee mit Milchpulver. Kein Vergleich zum Nespresso-Kaffe, den ich immer in der Schweiz trinke.

Pünktlich zur vereinbarten Zeit wartete unser Chauffeur vor dem Hotel. Der Weg zum Mount Popa zählte gut eine Stunde. Dazwischen hielen wir einmal bei einer Art Schaufabrik für Palmzucker, -öl und -schnaps. Unser Chauffeur erklärte uns anhand der verschiedenen Stationen die Verarbeitung der Rohstoffe zum schlussendlichen Produkt. Diese Art von Schaufabriken kennt man schon von Bali und anderen Ländern, wo es organisierte Taxi- und Busfahrten gibt. Dabei erhält wohl der Chauffeur einen kleinen Beitrag dafür, dass er seine Fahrgäste an diese Orte bringt. Am Schluss wurden wir jedoch nicht dazu gedrängt, etwas zu kaufen. Wir erhielten noch einen Tee und konnten von den verschiedenen Sachen probieren. Anschliessend ging es direkt weiter zum Mount Popa.

Von Weitem sah man schon den sich vom Umland erhebenden Hügel. Der Fahrer warnte uns vor den Affen. Diese würden sich auf dem ganzen Weg hinauf sowie auf der Plattform oben befinden. Man solle ihnen nicht in die Augen schauen und ruhig an ihnen vorbeiziehen. Essen sollte man dabei im Rucksack lassen. Wir liessen gleich den ganzen Rucksack zurück und nahmen nur eine Flasche Wasser sowie die GoPro mit. Nach schon wenigen Treppenstuffen wurden wir schon gebeten, die Schuhe auszuziehen. Den heiligen Berg darf man nicht mit Schuhen und kurzen Hosen betreten. So wie das bei allen heiligen Stätten, wie den Pagoden, üblich ist. Ich hätte für den Aufstieg aber lieber meine leichten Trekkingschuhe anbehalten, weil der ganze Weg von Affenkacke gesäumt war. Glücklicherweise gab uns unser Chauffeur ein paar feuchte Putztücher mit, welche wir am Ende unseres Ausflugs dazu brauchen konnten, die Füsse von Affenscheisse zu befreien. Die paar Einheimischen, welche die Treppen von der Kacke reinigten und nach „Donations“ forderten, machten ihre Arbeit nicht all zu gut. Auf den ersten Metern gaben wir den Männern jeweils dankend etwas für das Putzen. Doch als wir merkten, dass der ganze Weg nur so von ihnen wimmelten, beliessen wir es.

Auf der Spitze angekommen, gekonnt den Affen aus dem Weg gegangen, staunten wir nicht schecht über die Aussicht. Man konnte das ganze Umland sehen. Das Wetter war, wie jeder Tag in Myanmar, herrlich und fast zu heiss. Während wir ein paar Aufnahmen von uns und der Umgebung machten, sprach mich eine Frau in unserem Alter an. Sie fragte mich, ob sie meinen Akku von der GoPro leihweise haben könnte, da ihr Akku leider den Geist aufgegeben hat. Da wir schon genug Bilder gemacht hatten, war das für mich in Ordnung. Wir kamen ins Gespräch und sie und ihre zwei Begleiter erklärten uns, dass sie auf den Phillipinen studieren und jetzt zusammen einen Ausflug durch Myanmar machen. Wir erklärten ihnen auch unseren Weg und sie gaben uns den Tipp, wenn wir, wie geplant, nach Siem Reap gehen, sollten wir doch auch die Hauptstadt von Kambodscha besuchen. Es gäbe da sehr billige Busfahrten. Ich denke, bei unserem zwei Wöchigen Aufenthalt in Kambodscha werden wir diesen Tipp sicherlich in Erwägung ziehen.

Wieder zurück in unserem Hotel in Neu-Bagan, verpflegten wir uns erst einmal in einem Restaurant und verbrachten dann den Nachmittag gemütlich im Hotel sowie in der Näheren Umgebung. Wir hatten für den Tag genug gesehen und wollten auch für die nächsten Tage in Bagan auch noch genug Sehenswürdigkeiten übrig lassen. Für den nächsten Tag ist die grosse E-Bike-Tour geplant…

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Office Day

Wir hatten uns eigentlich fest vorgenommen, um 08.00 Uhr aufzustehen, damit wir rechtzeitig zum Frühstück erscheinen konnten, welches es nur bis 09.00 Uhr gibt. Doch wieder einmal war es uns unmöglich, um diese Zeit schon aufzustehen. Wir schliefen stattdessen bis kurz vor dem Mittag. Statt des Mittagessens gingen wir gleich zum lokalansässigen Reisebüro. Dieses sah sehr profesionell aus und ein Mann begrüsste uns freundlich. Er bat uns in sein Büro herein und fragte uns nach unserem Anliegen. Wir wollten zwei Nächte in einem teureren Hotel in Alt-Bagan buchen, welches auch einen Pool vorweisen kann. Ein bisschen Entspannung in der Sonne wollten wir uns noch gönnen, bevor es zurück nach Bangkok geht, in die Grossmetropole. Der nette Herr telefonierte ein bisschen herum und nach etwa einer halben Stunde hatten wir das Zimmer auf sicher. Wir haben gerade noch das letzte Zimmer erwischt. Hoffentlich haben wir auch auf unseren weiteren Reise so viel Glück. Anschliessend liessen wir ihn auch gleich den Rückflug nach Yangon für uns buchen. Dies klappte auch ohne Probleme. Nachdem Hotel und Weiterflug organisiert waren, buchten wir in einem anderen Reisebüro unsere Fahrt zum Mount Popa für den nächsten Tag. Der junge Mann konnte erstaunlich gut Englisch. Nachdem er uns einen Wagen mit Air Condition und Fahrer organisiert hatte und wir ihm dies, wie gewöhnlich, in US-Dollar bezahlt hatten, unterhielten wir uns noch kurz mit ihm über die Schweiz. Dabei erklärten wir ihm auch, dass der Mount Popa bei uns nur ein Hügel wäre. Doch das selbe könnte man auch den Zürchern über den Uetliberg sagen.

Nachdem wir alles Wichtige für die nächsten Tage erledigt hatten, gingen wir zu Fuss zum Restaurant River Side View. Dieses befindet sich, wer hätte das gedacht, direkt am Fluss. Umgeben von einem wunderschönen Garten. Wir genossen bei einem kühlen Myanmar Bier die Aussicht über den Fluss und die sich dahinter erstreckende Landschaft. Den Sonnenuntergang erlebten wir nicht unweit dieses Restaurants bei der Lawkananda Pagode. Auch hier fanden sich einige Touristen zum Sonnenuntergang ein. Die Anzahl wird sich wohl in den nächsten Jahren vervielfachen. Und die um die Pagode herum Postkarten und Malereien verkaufenden Einheimischen werden wohl auch mit den Jahren immer mehr und aufdringlicher, als sie es jetzt schon sind.

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Bootsfahrt nach Bagan

05:30 Uhr. Das Telefon im Hotelzimmer klingelte. Ich nahm mit einem müden „Nicolin Pfister“ den Hörer ab. Es war der Herr von der Rezeption. Unser Taxi stände bereit zur Fahrt ans Bootquai. Ich war froh, dass das Taxi pünktlich da war und somit die Bestellung am Vorabend geklappt hatte. Beim Englisch des Servicepersonals weiss man nie, ob sie nur höflich „Ja“ nicken, und dabei aber nichts verstanden haben. Bevor wir ins Taxi stiegen, checkten wir noch kurz aus. Wie immer in Myanmar, mussten wir das Zimmer in sauberen US-Dollars bezahlen.

Bei der Fahrt zum Bootsquai staunten wir nicht schlecht, wie viele Menschen um diese Zeit schon auf den Beinen waren. Ein Teil von ihnen war wohl auf dem Weg zur Arbeit, der andere machte Frühsport entlang des Kanals, welcher den Königspalast umgibt. Anders als bei uns, beginnt der Tag in Asien viel früher, da die Sonne um 06.00 Uhr aufgeht und es um 18.00 Uhr schon wieder stockdunkel ist. Wer da ausschläft (wie wir das bisher schon öfters gemacht haben), verpasst den halben Tag.

Der Fahrer musste am Rande der Strasse immer wieder ein paar Passanten nach dem richtigen Bootsquai fragen. Die Taxifahrer kennen sich wohl nicht perfekt in ihrem eigenen Revier aus. Doch nach kurzer Zeit haben wir das kleine Häuschen mit dem MGRG Express Schriftzug gefunden. Daraus kam ein Mann heraus, welcher unsere Bootstickets entwertete. Anschliessend zeigte er mit dem Finger hinunter zum Fluss. Dort im braunen Wasser befanden sich die Boote, welche noch in verschiedene Richtungen aufbrechn würden. Unser Boot nach Bagan legte pünktlich um 07.00 Uhr ab. Es gesellten sich durchwegs Touristen aus dem Westen zu uns (ausgeschlossen die Boardcrew, welche alle Einheimische waren). Anhand der Sprache und verschiedener Gespräche konnten wir Franzosen, Italiener, Engländer und Dänen ausmachen. Wir waren doch aber eher die Jüngsten unter allen Passagieren.

Diese Bootsfahrt war eine der gemütlichsten Fahrten, die ich je in meinem Leben unternommen hatte. Über dem ganzen Deck verteilt gab es verschiedenste Sitzmöglichkeiten. Darunter sogar auch eine Art Formel 1 Sitz, bei der man die Rückenlehne nach hinten verstellen konnte. So konnte man auch ein kurzes Nickerchen abhalten. Während der Fahrt erhielten wir ein Frühstück (Gebäck, eine Banane und ein gekochtes Ei sowie Café und Tee) und Mittagessen (Gebratene Nudeln oder Reis mit Gemüse und Huhn). Und jederzeit konnte man sich von einem Wasserspender bedienen. Für die 45 US-Dollar pro Person erhielt man doch noch einigen Service. Doch Softdrinks und Bier musste man extra berappen.

Die Landschaft zog gemählich an uns vorbei und immer wieder sah man Pagoden und andere Bauten, Bauern bei der Arbeit auf dem Feld und Fischer, welche ihr Glück in der braunen Suppe versuchten. Bei der gut achtstündigen Fahrt konnte man sich gemütlich zurücklehnen und die Seele baumeln lassen. Die Stimmung auf dem Deck war sehr ruhig. Viele Touristen vertrieben sich die Zeit, in dem sie im Lonely Planet ihre Touren für die nächsten Tage planten. Oder schliefen die Fehlende Stunde am morgen nach.

Das pure Gegenteil von Ruhe fand man dann jedoch bei der Ankuft in Bagan vor. Dutzende Taxi- und Ritschafahrer boten einem beim Aussteigen vom Boot auf relativ aufdringliche Art und Weise eine Fahrt zum Hotel an. Nachdem wir einen Taxifahrer aus der Menge herausfischten, fuhren wir auch gleich mit ihm los. Wir handelten einen Preis von 13000 Kyat (ca. 13 Franken) aus. Dies war wohl aber immer noch ein überissener Preis. Uns wars recht, hauptsache weg von der Meute. Nach 100 Metern hielt das Taxi aber schon wieder an. Wir hätten beim kleinen Häuschen beim Mann mit der Uniform ein Ticket für Bagan zu kaufen. Ohne dieses dürften Touristen sich gar nicht in der archäologischen Zone von Bagan aufhalten. Also pro Person nochmal 16500 Kyat für einen Allgemeineintritt hingeblättert.

Wir bezogen ohne Probleme unser Hotelzimmer, welches sich genauer gesagt in Neu-Bagan befindet, und duschten uns kurz, bevor es zum Italiener 100 Meter weiter zum Abendessen ging. Wir bestellten uns typisch italienische Köstlichkeiten: Bruscetta zur Vorspeise und je eine Pizza mit Salami zur Hauptspeise. Das Lokal wird von einem richtigen Italiener und seiner Familie geführt. Wir fragten bei der Kellnerin nach, wie es dazu kommt, dass sie und ihre Familie in Bagan ein Restaurant eröffnete. Sie meinte, sie seien schon vor längerer Zeit nach Asien ausgewandert. Zuvor waren sie für ein paar Jahre in Thailand gewesen. Doch nun seien sie schon seit drei Jahren hier in Bagan. Das Geschäft laufe. Kein Wunder, wenn es der einzige Italiener weit und breit ist und immer mehr westliche Touristen den Weg nach Bagan finden. Eigentlich schade, dass dieser Ort und deren Bewohner so vom Tourismus geprägt werden…

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Über 7 Brücken musst du gehen

Gastbeitrag von Roman Messmer

Bevor wir das Hotel verliessen um einen weiteren Sightseeing-Tag zu starten, erkundigten wir uns über Ticketschalter, an denen wir ein Bootsticket für den nächsten Tag Richtung Bagan kaufen können. Wie es der Zufall will, konnte uns sogar die freundliche Dame an der Rezeption Bootstickets ausstellen; ein Punkt weniger auf unserer To-Do-List für diesen Tag.

Unser erster Stop an diesem Tag legten wir bei der Mahamudi Pagode ein. Das Prunkstück dieser Pagode ist eine Statue von Buddha. Diese wird seit Jahren von den Buddhisten mit Blattgold beklebt. An manchen Stellen ist das Gold schätzungsweise bis zu 30cm dick und die Form von Buddha kaum mehr erkennbar. Erstaunlich war auch hier, dass (männliche) Touristen uneingeschränkt Zugang zu einem der wertvollsten und wichtigsten Heiligtümern erhalten.

Mit einem Taxi fuhren wir anschliessend weiter zu der berühmten U-Bein Bridge. Sie gilt als die längste Pikholzbrücke der Welt. Beim Spaziergang über die Brücke wurden wir von einer Gruppe einheimischer Mädchen angesprochen. Die Schülerinnen waren zusammen mit ihrem Lehrer unterwegs und stellten uns Fragen wie: „Was habt ihr gegessen um so gross zu werden? Wie viele Sprachen sprecht ihr? Habt ihr eine Freundin?“ Etwas scheu fragten uns die Mädchen, ob wir für Fotos mit ihnen posieren würden, was wir selbstverständlich taten :).

An diesem Tag hatten wir jegliches Essen wiedermal auf den Abend verschoben, weshalb wir uns im Hotel eigenen Restaurant wie Könige verpflegten und je zwei Hauptspeisen verschlangen. Mit Cola und grossem Myanmar Bier wurde nachgespühlt. Wie üblich hat auch dieses üppige Nachtessen nur umgerechnet 8 Fr. pro Person gekostet.

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Kultur pur

Gastbeitrag von Roman Messmer

Das geplante Tagesprogramm strotzte nur so von kulturellen Sehenswürdigkeiten. Der Start in den Tag verlieft allerdings recht harzig. Erst gegen Mittag konnte genügend Kraft mobilisiert werden, um das Bett zu verlassen :). Mit dem Shwenandaw-Kloster besichtigten wir zuerst einen imposanten Holzbau, welcher im laufe der letzten zwei Jahrhunderte immerhin schon zwei Umzüge überstand. Der Holzbau ist durch und durch mit Schnitzereien verziert.

Das in unmittelbarer nähe liegende Atumashi-Kloster gleicht mehr einer riesigen Halle, als einem Kloster. Erst 1996 wurde es mithilfe von Zwangsarbeitern wieder aufgebaut, nachdem es vor über 100 Jahren abgebrannt war.

Wiederum nur ein Steinwurf entfernt warfen wir auch noch einen Blick auf die Kuthodaw-Pagode. Auch diese Pagode ist golden, wird im Vergleich zu anderen Bauwerken aber umgeben von etlichen kleineren, in weiss gehaltenen Pagoden.

Der Königspalast, oder vielmehr das Palastgelände, hat ebenfalls einen Blick verdient. Es handelt sich hierbei um eine Art Stadt in der Stadt. Umgeben von breiten Wassergräben ist das 4 km2 grosse Gelände abgeschottet und nur über Brücken erreichbar. Der Zugang zur Anlage wird vom Militär bewacht. Nur auf den angegebenen Strassen darf sich der Palastanlage genähert werden, alles andere ist militärisches Sperrgebiet. Im Zentrum der Palastanlage stand einst der Löwenthron des Königs, der heute in Yangon zu bewundern ist. Einen guten Überblick über die gesamte Anlage verschaffte uns der schweisstreibende Aufstieg auf einen ehemaligen Bogenschützenturm.

Als wir unsere Wasserspeicher bei einem kleinen Stand mit Cola und kaltem Wasser wieder auffüllten, kamen wir mit einem Burmesen ins Gespräch, der uns begeistert berichtete, dass er sein bisschen English von einem Schweizer „ditscher“ erlernt hat. Als wir verstanden hatten, dass der gute Herr teacher (Lehrer) meinte und erst noch Touristen mit Mopeds umher fuhr, war es bereits zu spät um auf ein vierrädriges Taxi auszuweichen. Mit einem mulmigen Gefühl nahmen wir als Beifahrer auf dem Moped von unserem neuen Freund und seinem Kollegen platz. Mit einer heiteren Mischung aus Adrenalin und Angst im Blut, fuhren, oder vielmehr krochen wir die engen Kurven zum Mandalay Hill hinauf. Zu unserem erstaunen war der Gipfel mit Rolltreppe und Lift erreichbar, was uns doch ein wenig erstaunte. An einem Ort mit Schreinen und Buddha-Abbildungen wirken Rolltreppen und Lifte etwa so, als ob man in unseren Kirchen vom Portal mittels Rolltreppe zum Altar fährt. Nichtsdestotrotz war die Rundum-Aussicht auf dem Gipfel atemberaubend! Dicht gedrängt, wie z.B. auf dem Empire State Building, standen auch hier die Touristen mit Kameras bewaffnet und warteten auf das perfekte Sonnenuntergangsfoto.

Für unseren Rücktransport zum nächsten Thai-Restaurant standen unsere Kamaraden Valentino Rossi und Tom Lüthi bereits mit laufenden Motoren bereit. Uns war und ist es ein Rätsel, wie die Einheimischen so gelassen als Beifahrer auf dem Moped platz nehmen und noch munter SMS schreiben. Wir haben uns krampfhaft festgehalten und Stossgebete in Richtung Himmel geschickt … immer im Hinterkopf: „Wenn Mama das sehen würde“ :). Das Abendessen war dann wie immer tiptop.

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